zuletzt geändert am: 04.01.2008

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kurze anleitung zum film selbst entwickeln und vergrössern (=abzüge auf fotopapier erstellen):

Was brauche ich alles (auszug aus einem meiner artikel im DFN)?
- filmentwickler
- filmfixierer
- ggf. essigessenz zum ansetzen eines stoppbads
- papierentwickler
- papierfixierer
- fotopapier
- vergrösserer
- zangen zum wenden der papiere
- eine leine und wäscheklammern zur trocknung der fertigen fotos
- eine dunkelkammerleuchte
- einen vergrösserer, der für das verarbeitete filmformat geeignet ist (50mm objektiv für kleinbild, 75mm/80mm/85mmfür MF 6x6, 6x45 etc.)
- drei wannen, etwas grösser als das grösste verwendete papierformat
- einen filmentwicklertank (z.b. jobo)
- kanister für chemie und brauchwasser
- thermometer zur temperaturkontrolle des wassers
- stoppuhr
- ein zeitgesteuerter stromschalter für den vergrösserer ist praktisch, aber nicht zwingend notwendig.
praktisch ist auch ein klemmrahmen für das fotopapier, um es unter dem vergrösserer plan zu halten und saubere ränder zu erhalten
- mikrofaserhandschuhe
- filmabstreifer oder lederlappen
- verschieden grosse messbecher zum abmessen der richtigen chemikalienmenge
- zwei trichter als einfüllhilfe (eine für fixierer, eine für entwickler)

welchen entwickler/fixierer man verwendet ist geschmackssache, rodinal ist eine gute wahl, ich selbst verwende i.d.r. die ilford-entwickler- und fixiererprodukte ifosol S und ilford rapid fixierer für den film. für die papierentwicklung verwende ich 10 jahre alte kodak-chemie (ebenfalls "geerbt"), die aber dank kühler und dunkler lagerung immer noch so gut ist wie am ersten tag.

bei deinen 20 jahre alten papieren musst du schauen...wenn die bilder flau wirken oder die kontraste matschig aussehen, obwohl chemie ok war und die bilder vom film auf dem vergrösserer eigentlich knackig aussahen, dann schmeiss das papier weg. papiere halten sich meist recht lange, jedoch nimmt die kontrastfähigkeit mit der zeit ab. je nach gewünschtem resultat verwende ich PE papiere mit fester gradation, multigrade PE papiere oder auch mal ein baryt-papier (fiess zu verarbeiten, aber schöööön), je nach lust und laune.

ich hab einen ganzen stapel alte papiere "geerbt", davon kann ich einen teil noch gut verwenden, die andere hälfte hab ich dem abfallwirtschaftsamt kostenlos zur endverarbeitung zur verfügung gestellt.

Wie viele Flaschen und in welchen Größen benötige ich?
ein 10L putzeimer aus dem baumarkt für das temperaturabhängige brauchwasser.
eine 1L flasche für das anrühren des entwicklers
eine 1L flasche für das ansetzen des fixierbades
ggf. eine weitere 1L flasche für das ansetzen des stoppbades, so du eins verwendest.

ausserdem:
ein oder zwei grosse auffangbehälter (2L oder mehr, verschliessbar) für die aufnahme der benutzten photochemikalien zum abtransport zum wertstoffhof oder einer anderen entsprechenden entsorgungsstelle, können aber ruhig irgendwelche leeren flaschen sein (entsprechende kennzeichnung nicht vergessen!!!!)

Film entwickeln:
- lichtdichten raum finden
- chemikalien vorbereiten (entwickler und fixierer sowie ausreichend brauchwasser und ggf. stoppbad, letzteres benutze ich nicht sondern arbeite mit zwischenwässerung)
- film im dunkeln auf die spule der entwicklertrommel aufrollen und entwicklertrommel verschliessen
- licht an.
- entwickler in trommel einfüllen und eine weile warten, die trommel in genau definierten zeitabständen umdrehen. zeit, bewegung und wassertemperatur genau einhalten!!!
- entwickler ausgiessen (in verschliessbaren behälter! fotochemikalien sind sondermüll und gehören nicht in den ausguss!) - und zwar so, dass der erste tropfen des wassers für die zwischenwässerung in die dose fliesst, wenn die entwicklungszeit abgelaufen ist. i.d.r. fange ich ca 10 sekunden vor ablauf der entwicklungszeit mit dem ausgiessen des entwicklers an.
- stoppbad oder wasser für die zwischenwässerung einfüllen
- bei zwischenwässerung wasser 2-4x auswechseln, zwischendurch die dose drehen.
- flüssigkeit ausgiessen
- fixierbad in den entwicklertank einfüllen und warten, dabei den entwicklertank in bestimmten zeitintervallen drehen.
- fixierbad ausgiessen, tank mit wasser ausspülen, sodass chemikalienreste vom film entfernt werden (bis zu 10x wasser austauschen)
- entwicklertank öffnen, film von der spule herunternehmen und auf eine leine hängen, anschliessend überschüssiges wasser mit einem mikrofasertuch oder wasserabstreifer vom film entfernen.
- film ca 2 stunden trocknen lassen. bei verwendung eines föhns: meist schiesst man sich mit dem föhn staubpartikel auf den film - und die sieht man deutlicher als den staub auf dem sensor...gut film will also weile haben.
- film in streifen schneiden

Vergrössern/Papierabzüge machen:
- fotopapier, vergrösserer, entwicklerschalen und chemikalien, dunkelkammerleuchte und einen lichtdichten raum herrichten. stoppuhr von vorteil, wenn kein automatischer timer am vergrösserer vorhanden ist.
- film in der filmbühne des vergrösserers einlegen und bei geöffneter blende auf die projektionsebene scharfstellen (am besten auf ein weisses blatt papier in der richtigen grösse)
- vergrössererobjektiv abblenden (blende 8-22, je nach geschmack) und rotfilter einschieben
- vergrösserer ausschalten, licht ausschalten, dunkelkammerleuchte kann weiterbrennen, sofern sie weit genug vom fotopapier entfernt ist (i.d.r. reichen 1,5m - je nach leuchte. ausprobieren.)
- ein blatt fotopapier aus der verpackung nehmen und unter den vergrösserer legen, fotopapierverpackung wieder gut verschliessen - kommt einmal licht in die verpackung, kann man das papier i.d.r. wegschmeissen.
- vergrösserer mit vorgeschobenem rotfilter einschalten
- papier ausrichten und ggf. mit einer glasplatte oder mit klebeband plan fixieren.
- vergrösserer ausschalten, rotfilter entfernen
- die richtige belichtungszeit zur entwicklung weiss man in der regel erst nach ein wenig probieren. daher mache ich die erste belichtung auf einem teststreifen/testblatt in dem ich den vergrösserer 3sek. einschalte, anschliessend 2/3 des fotopapiers mit karton abdecke, nochmal 3sek. belichte, dann 1/3 des fotopapiers mit kartn abdecken und nochmal 3sek. belichten. falls die richtige belichtungszeit bekannt ist: fotopapier belichten, vergrösserer ausschalten.
- belichtetes fotopapier in die wanne mit dem entwickler legen (zeit genau einhalten!)
- foto kurz ins stoppbad oder zwischenbad tauchen
- foto ins fixierbad legen, nach ca 60sek (je nach verwendetem fixierer) kann das licht eingeschaltet werden und das ergebnis begutachtet werden.

Viel Spass!

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